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Internationaler Hurentag – Solidarität & Community gegen Stigma & Repression

2. Juni 2019

Kategorie: Politik

 

Heute vor 44 Jahren – am 2. Juni 1975 – besetzten in Lyon/Frankreich über 100 Prostituierte die Kirche Saint-Nizier. Sie protestierten gegen die rigide Reglementierung der Prostitution in ihrer Stadt und in ganz Frankreich. Die Zahl der Prostituierten, die sich dem Streik anschlossen, nahm in den nächsten Tagen weiter zu und der Streik weitete sich auf andere Städte wie Marseille, Grenoble und Paris aus.


Die Arbeiterinnen in Lyon und den anderen Städten protestierten gegen Diskriminierung und Repressalien durch die Polizei und für bessere Arbeitsbedingungen. Leider sind unsere Forderungen auch 44 Jahre später im Grunde noch immer die gleichen:

  • Das Recht auf Arbeit und gesellschaftliche Akzeptanz statt moralisierender Verbotsmentalität.
  • Das Recht auf Arbeit für migrantische Sexarbeiter_innen statt Razzien und Abschiebungen.
  • Die Abschaffung diskriminierender Sondergesetze wie das Prostituierten“schutz“gesetz und Sperrgebietsverordnungen.
  • Die umfassende Anerkennung selbstbestimmter Sexarbeit.
  • Professionalisierung und Empowerment, um ausbeuterische Arbeitsbedingungen zu verringern.
  • Respekt und Wertschätzung statt Diskriminierung und Stigma.

 

Wir fordern eine sinnvolle Weiterentwicklung der geltenden Gesetzgebung statt einer schrittweisen Rückkehr zur Kriminalisierung der Sexarbeit. Kriminalisierung – auch der Kunden – führt immer auch zur Verdrängung der Sexarbeiter*innen – wie 1975 in Lyon und wie auch heute wieder in Frankreich, wo seit 2016 in der Gesetzgebung auf „Freierbestrafung“ gesetzt wird: Sexarbeiter*innen sind dadurch gezwungen, allein und ohne Schutz dunkle Ecken aufzusuchen, um ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Sie haben Angst, Gewalt und Willkür ausgesetzt zu werden.

Am 10. Juni 1975 wurde die Kirche um 5 Uhr morgens brutal durch die Polizei geräumt. Zur Erinnerung daran haben Sexarbeiter*innen und deren Organisationen den 2. Juni zum Internationalen Hurentag erklärt.

 

Lasst uns auch heute wieder zusammenkommen, um uns gemeinsam für weitere Kämpfe gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu wappnen – Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung sind in diesen Zeiten besonders wichtig. Für Sexarbeiter*innen gibt es dafür jetzt unser neues HydraCafe und alle anderen können uns durch eine Spende oder Fördermitgliedschaft unterstützen.

 

 

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