Leitbild

Wir von Hydra e.V. treten dafür ein, ...

  • ... dass Sexarbeit als eine berufliche Tätigkeit wie jede andere anerkannt wird. Dazu gehören die Gewährleistung von Arbeitnehmerrechten, die Anerkennung und Gleichstellung als freiberufliche Tätigkeit, die Abschaffung von Sperrgebietsverordnungen, sowie die Abschaffung oder Änderung diskriminierender Steuerregelungen und Gesetze.
  • ... dass es kein Grund für Diskriminierung, Ausgrenzung, Verachtung und Stigmatisierung ist, Geld mit sexuellen Dienstleistungen zu verdienen.
  • ... dass Prostituierte, Huren, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, Callboys, Callgirls, Escorts, oder wie sie sich auch immer nennen mögen, für ihre Tätigkeit Respekt, Achtung und Anerkennung erfahren.
  • ... dass Prostitution nicht nur als (leidige) Realität akzeptiert, sondern als wertvolle und wichtige Dienstleistung anerkannt wird, die Teil unserer Gesellschaft ist.
  • ... dass Gewalt gegen Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter gesellschaftlich genauso geächtet wird, wie Gewalt gegen andere Menschen auch.
  • ... dass Gesundheitsbewusstsein und Safer Sex in der Sexarbeit selbstverständlich werden.
  • ... dass jede/r sich freiwillig dazu entscheiden kann, ob sie/er in der Sexarbeit tätig sein will oder nicht und wann sie/er wieder damit aufhören will. Dazu gehört vor allem die Beseitigung des gesellschaftlichen Hurenstigmas. Denn dieses Stigma macht es Frauen und Männern, die einmal in der Sexarbeit gearbeitet haben, schwer, in einen anderen Beruf
    einzusteigen, da Sexarbeit nicht als qualifizierte, qualifizierende und wertvolle Tätigkeit gesehen wird. Vielmehr ist Sexarbeit im Lebenslauf ein Hindernis für eine Karriere in anderen Branchen.
  • ... dass Sexarbeit einerseits und sexuelle Gewalt, Ausbeutung und Frauenhandel andererseits nicht in einen Topf geworfen werden. Prostitution ist ein Job – Frauenhandel und sexuelle Gewalt sind Verbrechen. Beides ist nicht dasselbe! Prostitution an sich hat nichts mit Gewalt und Ausbeutung zu tun. Dass diese Verknüpfung in der öffentlichen Debatte immer hergestellt wird (unter dem Begriff „Zwangsprostitution“), ist Teil des Problems, nicht Teil der Lösung: So wird verhindert, dass Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter als eigenständige Akteure wahrgenommen werden und die ihnen zustehenden Rechte bekommen.
  • ... dass die Debatte über Prostitution nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg geführt wird. Was im Interesse von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern ist, was ihre Würde verletzt und was nicht, wissen sie selbst am besten. Prostituierte sind keine „Opfer“, sondern mündige
    Personen. In der Debatte über Prostitution darf nicht nur über die Prostituierten, es muss auch mit den Prostituierten diskutiert werden.

 

... aus dem Leitbild von Juli 2009. Weiterlesen...  Leitbild pdf-dokument