Kontaktangaben

Kontakt

Köpenicker Straße 187/188
D-10997 Berlin (Kreuzberg)

Fon: 030 - 611 00 23
Fax: 030 - 611 00 21
E-Mail: kontakt@hydra-berlin.de

Öffnungszeiten:
Mo und Di: 10 bis 15 Uhr
Do: 16 bis 20 Uhr
weitere Termine nach Vereinbarung

Mitglied werden!

Wenn Du Interesse an einer Vereinsmitgliedschaft hast, findest Du hier weitere Infos.

Rechtshilfe- und Sozialfonds

HYDRA unterhält einen Rechtshilfe- und Sozialfonds, der sich aus Spenden und Bußgeldern zusammensetzt.

 

An den Rechtshilfefonds kann jede Frau einen Antrag stellen, die vor oder in einem Prozess steht, der sich mit Prostitution befasst. Aus dem Sozialfonds können Sexarbeiter_innen Unterstützung in finanziellen Notsituationen beantragen. Weitere Infos hier.

Texte und Manifeste ...

...der internationalen Sexarbeiter- Bewegung gibt es hier zu finden.

Hydra e.V. ist Mitglied bei:

  • NSWP (Global Network of Sex Work Projects)
  • ICRSE (International Committee on the Rights of Sex Workers in Europe)
  • bufaS (Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter e.V.)
  • DPWV (Paritätischer Wohlfahrtsverband)
  • KOK (Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.)

Unsere Ziele

### Hydra's Vision and Mission Statement is now available also in ENGLISH! See here. ###

 

Wir treten dafür ein, …

 

dass Sexarbeiter_innen* als Personen wie alle anderen respektiert und geachtet werden. Dazu ist es notwendig, ihre gesellschaftliche Stigmatisierung zu beenden, die verantwortlich ist für Gewalt gegen Sexarbeiter_innen, für ihre Diskriminierung, Bevormundung, Ausgrenzung und ungerechte Behandlung. Das Stigma wird wiederum durch Kriminalisierung, Sondergesetze sowie Diskurse und Haltungen, die Sexarbeiter_innen pauschal zu Opfern erklären, massiv verstärkt. Deshalb müssen diese Maßnahmen und Einstellungen kritisiert und bekämpft werden.

 

dass Sexarbeit als eine Erwerbsarbeit wie jede andere anerkannt wird. Dazu gehören die Anerkennung und Gleichstellung als freiberufliche Tätigkeit, die Verbesserung der Rechte als selbstständige Erwerbstätige oder Arbeitnehmer_innen, die Abschaffung von Sperrgebietsverordnungen sowie die Abschaffung oder Änderung diskriminierender Steuerregelungen und Gesetze.

 

dass in der Gesellschaft Sexarbeit als qualifizierte und anspruchsvolle Dienstleistung anerkannt wird, und dass Prostituierte, Huren, Sexarbeiter_innen, Callboys, Callgirls, Escorts, oder wie sie sich auch immer nennen mögen, für ihre Tätigkeit Respekt, Achtung und Wertschätzung erfahren.

 

dass Gewalt und sexuelle Übergriffe gegen Sexarbeiter_innen gesellschaftlich genauso geächtet werden wie die gegen andere Menschen auch. Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Sexarbeit bedeutet, selbst zu entscheiden, wann, auf welche Weise, zu welchen Konditionen und wem sexuelle Dienstleistungen angeboten werden.

 

dass Gesundheitsbewusstsein und Safer Sex in der Sexarbeit überall selbstverständlich werden, auch gerade unter den Kunden sexueller Dienstleistungen, die oftmals unsichere Praktiken wünschen

 

dass Sexarbeit nur unter möglichst selbstbestimmten und fairen Konditionen stattfindet. Erwerbstätigkeit kann nur dann gesund, ressourcenerhaltend und zufriedenstellend ausgeübt werden, wenn sie zu möglichst fairen Bedingungen und frei von Gewalt und Zwang stattfindet. Ausbeutung ist ein integrales Moment jeder Lohnarbeit, der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen ist jedoch möglich und wichtig. Dies gilt für Sexarbeiter_innen ebenso wie für andere Arbeiter_innen, Angestellte und Selbständige.

 

dass jede_r das Recht hat, sich selbstbestimmt dazu zu entscheiden, ob sie_er in der Sexarbeit tätig sein will oder nicht und wann sie_er wieder damit aufhören will. Das gesellschaftliche Hurenstigma macht es Menschen, die einmal in der Sexarbeit gearbeitet haben, schwer, in einen anderen Beruf zu wechseln, da Sexarbeit nicht als qualifizierte Tätigkeit gesehen wird.

 

dass Maßnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel und zum Schutz der Geschädigten ergriffen werden, ohne die Rechte von Sexarbeiter_innen zu beschneiden oder zu gefährden. Menschenhandel und Sexarbeit sind nicht dasselbe und müssen als unterschiedliche Themen behandelt und diskutiert werden. Die oftmals stattfindende Gleichsetzung beider Bereiche ist weder im Hinblick auf Opferschutz noch für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit sinnvoll und nützlich.

 

dass Sexarbeiter_innen an den Diskussionen über sie betreffende Themen aktiv beteiligt werden. Was im Interesse von Sexarbeiter_innen ist, was ihre Würde verletzt und was nicht, wissen sie selbst am besten. Sexarbeiter_innen sind mündige, handlungsfähige Personen und müssen als solche ernstgenommen werden. In der Debatte über Sexarbeit muss mit ihnen diskutiert werden und nicht nur über sie.

 

 

Hydra beim Slutwalk 2011 (Photo: ©Hydra)

* In Abweichung zur sonstigen Verwendung des Binnen-I benutzen wir den Unterstrich (Gender_Gap), um auch diejenigen Menschen mit einzuschließen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zurechnen lassen wollen oder können und/oder eine Transidentität haben.

Unsere Arbeitsweise

Selbstverpflichtung:

Hydra e.V. hat sich mit der Unterzeichnung des „St.-Pauli-Protokolls“ selbst verpflichtet, Sexarbeit als eine Qualifikation anzuerkennen und Menschen mit Sexarbeitserfahrung bei sonst gleicher Eignung bevorzugt einzustellen, um der Forderung nach besseren Arbeitsplatzchancen für Sexarbeiter_innen Rechnung zu tragen.

 

Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit:

Hydra setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit, Lobbyarbeit, sowie nationale und internationale Vernetzungstätigkeit für die Rechte und Interessen von Menschen in der Sexarbeit und für die genannten politischen Ziele ein. Wir fordern, als Expertinnen in Diskussionen mit politischen Entscheidungsträger_innen aus dem staatlichen und zivilgesellschaftlichen Bereichen einbezogen zu werden.

 

Individuelle Beratung:

Hydra bietet individuelle Beratung und Unterstützung rund um die Sexarbeit. Wir beraten beim Wunsch nach Orientierung in der Sexarbeit, sowie nach beruflicher Veränderung oder Umstieg. Zudem beraten wir bei individuellen Problemen und Schwierigkeiten, die mit der Tätigkeit als Sexarbeiter_in zusammenhängen – seien sie finanzieller, psychosozialer oder beruflicher Art. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich und kostenlos. Die Beratung von Hydra beruht auf der Akzeptanz unterschiedlicher Lebensentwürfe, sowohl in als auch außerhalb der Sexarbeit, sowie auf dem Respekt gegenüber Menschen jedweden Geschlechts, sexueller Orientierung und Migrationsgeschichte. Die Mitarbeiterinnen von Hydra sind erfahrene Beraterinnen, die flexibel, transparent und professionell unterstützen und begleiten.

 

Peer-to-Peer-Ansatz:

Hydras Ansatz entspricht der Wertschätzung des professionellen und einzigartigen Wissens, das Sexarbeiter_innen besitzen. Außerdem erkennen wir die wichtige Rolle der gemeinsamen Erfahrung für den Vertrauensaufbau unter Sexarbeiter_innen an. Deswegen werden bei uns verschiedene Aufgaben und Angebote von Sexarbeiter_innen selbst ausgeführt. Dazu zählen die Peer-to-Peer-Workshops, bei denen ein diverses Team aus Sexarbeiter_innen kollegiale Gruppenberatungen und Wissensaustausch für andere Sexarbeiter_innen an den Prostitutionsarbeitsplätzen Berlins anbietet. Auf Wunsch werden außerdem manche individuelle Beratungen, besonders zur Orientierung in der Sexarbeit, von Mitarbeiterinnen mit Sexarbeitserfahrung durchgeführt. Auch bei unserer Outreach-/aufsuchenden Arbeit arbeiten regelmäßig Sexarbeiter_innen als Honorarkräfte mit.

 

Aufsuchende Arbeit / Outreach:

Hydra sucht Sexarbeiter_innen in Berlin in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld (Straße, Wohnungen, Bordelle, Laufhäuser, Sexkinos, FKK-Clubs, etc.) auf, um auf das Beratungsangebot von Hydra aufmerksam zu machen, Erfahrungen und Informationen auszutauschen sowie zur sexuellen Gesundheit und den Rechten von Sexarbeiter_innen aufzuklären.

 

Sexuelle Gesundheitsaufklärung und -förderung:

Hydra fördert durch aufsuchende Arbeit, öffentliche Aktionen, Peer-to-Peer Workshops, Veranstaltungen zum Thema und durch die individuelle Beratung die gesundheitliche Aufklärung sowohl von Sexarbeiter_innen als auch von Kund_innen, um in beiden Gruppen einen verantwortlichen Umgang mit den gesundheitlichen Risiken der Sexarbeit zu erreichen.

Unser Selbstverständnis als pdf zum Download