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Corona-Hilfsfonds schließt zum 30.09.2020

28. September 2020

Kategorie: In eigener Sache

 

Wir begrüßen die Entscheidung des Berliner Senats, dass ab dem 08.08. bzw. 01.09.2020 unter bestimmten hygienischen Voraussetzung sexuelle Dienstleistungen wieder erlaubt sind. Aufgrund dieser Entscheidung als auch der nachlassenden Spendeneingänge der letzten Wochen schließt der Corona-Hilfsfonds bei Hydra zum Ende des Monats September.

 

Der Zugang zum Sozialsystem für selbstständig arbeitende Menschen, gerade in Notzeiten wie Corona, ist sehr schwierig. Wir haben in den letzten Monaten durch viele Spendenkampagnen den Hydra-Hilfsfonds gezielt genutzt um Sexarbeiter*innen, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie kein Einkommen mehr hatten, kurzfristig helfen zu können.

 

Zum einen haben Sexarbeiter*innen ohne Zugang zum offiziellen Hilfesystem unseren Fonds in Anspruch genommen. Sexarbeiter*innen ohne Zugang zum offiziellen Hilfesystem, das sind vor allem Migrant*innen ohne Steuernummer oder Anmeldung, oder Menschen, die seit vielen Jahren durch alle Raster der sozialen Absicherung gefallen sind.

 

Zum anderen hat zwar ein großer Teil der Personen, die zu uns gekommen sind, aufgrund von Anmeldung und Steuernummer Zugang zu sozialen Leistungen gehabt. Aufgrund von nicht nachweisbarer Freizügigkeit war dieser Zugang de facto häufig nicht gegeben. Das darf in Notzeiten von Corona nicht sein, der Staat hat die Aufgabe für diese Menschen zu sorgen.

Wir sehen weiterhin die Not und den Bedarf an kurz- und langfristiger Unterstützung. Dass Sexarbeit im Land Berlin wieder ausgeübt werden kann, ist nur ein erster Schritt, viele weitere Herausforderungen und Problemlagen bestehen weiterhin. Die Probleme heißen Armut und ungerechte Verteilung von Ressourcen und diese prägen die Situation für viele Sexarbeiter*innen. Sie führen zu Ausbeutung und Not, schlechten Arbeitsbedingungen, Zwang und Gewalt.

 

Wir fordern Rechte und Entstigmatisierung und setzen uns weiterhin in unserer täglichen Arbeit für die Belange aller Sexarbeiter*innen ein. Wir sind bemüht, die individuelle Situation der Menschen zu sehen, die zu Hydra kommen. Für viele geht der Weg aus der Notlage nur über einen Zugang zur staatlicher Unterstützung. Diese wird jedoch häufig aufgrund von gesetzlichen Ausschlussmechanismen, die auf Herkunft basieren, für Personen aus anderen EU-Ländern oder Drittstaaten verunmöglicht.

 

Unsere Forderungen richten sich gezielt an den Berliner Senat um allen Sexarbeiter*innen, egal welcher Nationalität, Hilfe und Unterstützung zu ermöglichen. Es braucht eine Perspektivenentwicklung für Sexarbeiter*innen, die sich in Notlagen befinden. Der spendenfinanzierte Hilfsfonds von Hydra war nur eine kurzfristige Unterstützung, es braucht nachhaltige Lösungen! Es kann nicht im Interesse des Senats sein, stark marginalisierte Sexarbeiter*innen im Stich zu lassen. Es braucht klare Perspektiven und niedrigschwellige finanzielle Unterstützung.



Wir danken sehr herzlich den vielen Menschen, die in den letzten Monaten mit ihrer Spende zur finanziellen Nothilfe von Sexarbeiter*innen beigetragen haben.

Der Rechtshilfe und Sozialfonds bleibt in seiner ursprünglichen Form weiterbestehen. Weitere Infos zum Hydra-Hilfsfonds inkl. Vergaberichtlinien


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