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Unfug und Angriffe auf Menschen in der Sexarbeit inmitten der Corona-Pandemie

28. Mai 2020

Der Offene Brief ist ein kaum verschleierter Versuch unsere Branche zu diskreditieren, indem Sexarbeitende unzulässigerweise als „Virenschleudern“ identifiziert werden. Das Ziel ist klar, Sexarbeit soll auch nach Ende der Corona-Pandemie verboten bleiben.

Besonders verwerflich ist, dass die Verfasser*innen des Briefes sich zu scheinbaren Fürsprechern der Sexarbeitenden erheben und konsequent so tun, als ob sie die Interessen der Menschen in der Sexarbeit im Sinn hätten. Dabei geht es lediglich darum, die Krise zu nutzen, um einmal mehr ihrer Forderung nach Freierkriminalisierung zum Ausdruck zu bringen.

Tatsache ist: Sex, Sexualität, Intimität und Körperkontakt sind Grundbedürfnisse fast aller erwachsenen Menschen. In Pandemiezeiten gilt es, neue und bewährte Wege miteinander zu verbinden, um dies unter Wahrung der besonderen hygienischen Erfordernisse am liebsten allen zu ermöglichen -  Alten in Heimen, Jungen Einsamen, Kranken, Gesunden, dir und mir.
Sexarbeitende und alle anderen, die professionell im Bereich Sex, Sexualität, Intimität und Körperkontakt arbeiten erfüllen menschliche Grundbedürfnisse, die auch zu Pandemiezeiten nicht versiegen.
Die Forderung nach einem Sexkaufverbot spiegelt eine veraltete Sicht auf unsere Branche wider, stigmatisiert und kriminalisiert und endet oft tragisch und viel zu oft tödlich für Sexarbeitende. Statt Verbote fordern wir Rechte und Entstigmatisierung. Menschen in der Sexarbeit sollten nicht mehr kulturell, medial und moralisch als Opfer gelten, sondern verdienen eine Sichtweise als starke und mutige Personen.

Wir von Hydra e.V. wissen das, denn wir sind seit 40 Jahren für unsere Branche da.
Wir sind stolz auf unsere Expertise - gerade auch auf unsere Expertise mit Sexarbeitenden, die schlechte Arbeitsbedingungen, Not, Zwang, Gewalt und Ausbeutung erlebt haben. Wir sind stolz darauf, mit dieser Expertise Sexarbeiter*innen in allen Lebenslagen kontinuierlich und professionell Unterstützung anzubieten. Wenn sich seit Jahrzehnten jemand in Berlin damit auskennt und handelt, dann sind wir das.

Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Was Betroffenen tatsächlich hilft, ist eine respektvolle und diskriminierungsarme Haltung, die Vertrauen ermöglicht. Wir verfügen über Fachwissen, breite und langjährige Netzwerke, eine interdisziplinäre Herangehensweise.
Wir wissen auch, dass schlechte Arbeitsbedingungen, Not, Zwang, Gewalt, und Ausbeutung überall dort stark zunehmen, wo Sexarbeit kriminalisiert und verboten wird. Eindrucksvolles Beispiel dafür
sind die USA, aber auch Schweden, was den Verfasser*innen des Offenen Briefes als Vorbild ihrer Politik gegen Sexarbeiter*innen gilt.

Seit der Einführung des ProstschG in Deutschland hat sich die Situation unserer Branche bereits
dramatisch verschlechtert, denn es steht für Diskriminierung und Verdrängung in die Illegalität.

Wer Bestrafung und Illegalisierung fordert, wie die Verfasser*innen des Offenen Briefes, fordert Gewalt an Sexarbeitenden und verstärkt somit Ausbeutung und Not.

Das Problem heißt Armut und ungerechte Verteilung von Ressourcen, in Deutschland und international. Das Problem heißt Rassismus, Arroganz und Unkenntnis der gelebten Realität von
Sexarbeitenden, gerade auch derjenigen mit schlechten Erfahrungen. Die Corona-Pandemie verstärkt gesellschaftliche Missstände, auch in der Sexarbeit. Daher sind bedarfsgerechte, unbürokratische Hilfen das Gebot der Stunde, ohne diese an Ausstieg oder andere Auflagen zu knüpfen.


In Verteidigung der Interessen von Sexarbeiter*innen stehen wir zusammen und kämpfen gegen Verbote.

Wir fordern Rechte und Entkriminalisierung und weisen Verbote und Entmündigung zurück.

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