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Internationaler Tag gegen Gewalt an Sexarbeitenden

Wir teilen heute zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Sexarbeitenden das Statement von trans*sexworks - english version below.

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Heute ist der Internationale Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Sexarbeiter*innen.

Trans*SexWorks plante eine Mahnwache mit Kerzen auf der Frobenstraße*, um unseren Respekt zu zeigen und an Sexarbeitende zu erinnern, die in Deutschland und weltweit Opfer von Gewalt geworden sind; aber da wir eine neue Lockdown-Verordnung haben, haben wir uns entschieden, dies von zu Hause aus zu tun und bitten euch, dasselbe zu tun.

Gewalt gegen Sexarbeitende kann von einem Kunden, einem Intimpartner, der Polizei oder einem Fremden auf der Straße ausgehen; und der Staat garantiert, dass diese Gewalt durch die Kriminalisierung von Prostitution fortgeführt wird.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist Prostitution in Deutschland seit Mitte März 2020 illegal, aber wie wir immer wieder gesehen haben, verschwindet Sexarbeit nicht einfach, wenn sie verboten wird – die Arbeitenden müssen immer noch ihren Lebensunterhalt verdienen und werden einfach in noch geheimere, noch gefährlichere Situationen gedrängt.

Wir glauben, dass die vollständige Entkriminalisierung von Prostitution der einzige Weg zu einer sicheren Zukunft für alle Sexarbeitenden ist.

In Anbetracht der Realität, mit der wir nun konfrontiert sind, fordert Trans*SexWorks das Folgende:

  • Während Sexarbeit in der Pandemie illegal ist, sollte der Staat Hilfe für ALLE Sexarbeitenden bereitstellen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus oder ob sie registrierte Prostituierte sind.
  • Zu oft wird transFrauen der Zugang zu Frauenhäusern verwehrt und der Aufenthalt in Männerunterkünften kann demütigend und gefährlich sein. Trans*Sexworks fordert, dass neue Frauenhäuser in der Gegend eingerichtet werden, wo Frauen arbeiten, wo sie wissen, dass sie frei von Belästigungen sein können.
  • Die Gentrifizierung hat dazu geführt, dass viele Orte, in denen Sex stattfindet nun eingezäunt oder anderweitig geschlossen sind; es sollte Orte zum Arbeiten geben, wo sich sowohl Kunden als auch Arbeitende sicher fühlen.
  • Sexarbeitende sollten niemals verhaftet oder mit polizeilichen Schikanen als Teil ihres Jobs konfrontiert werden. Es sollte Menschen geben - nicht die Polizei – die angemessen darin ausgebildet sind mit den systemischen Problemen umzugehen, die sich aus der Marginalisierung von Menschen ergeben, die Sexarbeitende/Immigrant_innen/Schwarze/Of-Color/Trans*/queere Menschen/Jugendliche sind.
  •  Es muss klarere Hilfe und entsprechende Prozesse für Trans-Sexarbeitende geben, um sich als Selbständige zu registrieren - Hilfe, auf die diese Arbeitenden bereits Anspruch haben.

Cis-Sexarbeitende haben Organisationen, die ihnen bei diesem Prozess helfen, dasselbe sollte es auch für Trans-Sexarbeitende geben.

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Today is International Day to End Violence Against Sex Workers. Trans*SexWorks planned to have a candle lit vigil on Frobenstraße* to pay our respects and to remember sex workers who have been victims of violence in Germany and around the world; but as we have entered a new lockdown, we decided to do this from home and ask that you do the same. Violence against sex workers can be at the hands of a client, an intimate partner, the cops or a stranger on the street; and the state guarantees that this violence continues through the criminalisation of prostitution. Due to corona restrictions, prostitution has been illegal in Germany since mid-March 2020, but as we have seen time and time again, sex work doesn't simply disappear when it is forbidden - workers still need to make a living, and are simply forced into more secret, more dangerous situations. 

We believe full decriminalisation of prostitution is the only way towards a safe future for all sex workers. Considering the reality we are faced with now, Trans*SexWorks demands the following:

  • While sex work is illegal during the pandemic, the state should provide aid to ALL sex workers, regardless of their residence status or whether they are registered prostitutes. 
  • Too often trans women are denied access to women's shelters and staying in men's shelters can be humiliating and dangerous. Trans*Sexworks demands that new shelter be provided in the area where women work, where they know they can be free from harassment. 
  • Gentrification has meant that many spaces where sex would take place are now fenced off or otherwise closed; there should be places to work where both clients and workers feel safe. 
  • Sex workers should never be arrested or have to deal with police harassment as part of their job. There should be people - not police - who are properly trained to deal with the systemic issues that arise from the marginalisation of people who are sex workers/immigrants/Black/of colour/trans*/queer people/youth.
  • There needs to be clearer help and processes for trans sex workers to properly register as independent workers - help which these workers are already entitled to. Cis sex workers have organizations to help them with this process, the same should exist for trans sex workers. 
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