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Wie sehen Sexarbeiter*innen Dokumentarfilme über ihren Beruf?

Das 16. Pornfilmfestival Berlin zieht Bilanz und lässt Sexarbeiter*innen eine Auswahl von Filmen beurteilen - wir sammeln Spenden für die Honorare der Sichter*innen!

Das Pornfilmfestival Berlin hat sich seit der ersten Ausgabe im Jahr 2006 mit Pornographie als sozialem, politischen und kulturellem Kommentar auseinandergesetzt. Es hat dadurch das Genre von einer überwiegend männerzentrierten Nutzung entkoppelt und durch die öffentliche Vorführung von Filmen mit sexuell expliziten Szenen kulturelle und religiöse Stereotypen aufgebrochen.

Von Anfang an wurde immer wieder das Thema Sexarbeit aufgegriffen: durch Präsentationen von fiktionalen und dokumentarischen Filmen, in Filmgesprächen mit Regisseur*innen und beteiligten Sexarbeiter*innen, in Podiumsdiskussionen, Workshops oder anderen Formaten.
Anlässlich der aufgeheizten Debatte über die Darstellung von Sexarbeit im Film „Lovemobil“ möchten wir einen Schritt weiter gehen und eine Auswahl von Dokumentarfilmen über Sexarbeit, die von 2007 bis 2021 beim Pornfilmfestival Berlin und auf anderen Festivals liefen und laufen, von Sexarbeiter*innen bewerten lassen.

Wir haben fünf Sexarbeiter*innen gebeten, 25 Dokumentarfilme zum Thema Sexarbeit für uns zu sichten, diese auf einer Skala von 0 bis 5 Punkten zu bewerten und einen kurzen Kommentar zu jedem Film zu schreiben.

Auf dem 16. Pornfilmfestival 2021 wird es eine Podiumsdiskussion mit den fünf Sichter*innen geben, auf der sie über ihre Erfahrungen und ihre Darstellung als Sexarbeiter*innen in den Medien sprechen. Im Anschluss wird ihre Rangliste der Filme präsentiert sowie eine Auswahl ihrer Kommentare veröffentlicht.

Für diese Sichtungs- und Bewertungsarbeit möchten wir den Sichter*innen ein Honorar bezahlen, das vergleichbar ist mit den Sichtungshonoraren anderer Filmfestivals in Deutschland. Da das Pornfilmfestival Berlin keinerlei Fördermittel erhält und somit auch nicht die finanziellen Mittel hat, diese Kosten alleine zu tragen, fordern wir hiermit eine finanzielle Beteiligung aller Institutionen, die sich mit der dokumentarischen Darstellung von Sexarbeit beschäftigen, ob als Auftraggeber oder als Aus- und Bewerter. Also den öffentlichen und privaten deutschen Fernsehanstalten, der AG Dok und dem Grimme Institut, um hier nur einige zu nennen.

Um Sichtungshonorare für die Sexarbeiter*innen zu finanzieren, kooperieren wir mit Hydra e.V. und rufen hiermit dazu auf, für diesen Zweck zu spenden: „Nichts über uns ohne uns “ (IBAN: DE74 1002 0500 0003 0712 03, BIC: BFSWDE33BER, Bank für Sozialwirtschaft GmbH, https://www.hydra-berlin.de/spenden). Im Falle von überschüssigen Mitteln entscheiden die fünf beteiligten Sexarbeiter*innen über deren Verwendung.

Folgende Sexarbeiter*innen konnten wir für die Sichtungsarbeit gewinnen: Emy Fem, Kristina Marlen, Ruby Rebelde, Nicola Schulze und Kali Sudhra. Die vollständige Filmliste der bewerteten Dokumentarfilme über Sexarbeit aus den Festivalprogrammen von 2007-2021 wird zur Podiumsdiskussion verfügbar sein.

Pressemitteilung mit Biografien der beteiligten Sexarbeiter*innen (pdf)

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