Wer wir sind & was wir machen
Seit Januar 2019 gibt es bei Hydra einen zweiten Standort: das Hydra Café.
Dies ist ein Raum für alle Menschen, die Erfahrung mit Sexarbeit haben, mit oder ohne Registrierung nach dem neuen Gesetz (ProstSchG). Damit sind Menschen gemeint, die in Bars, Bordellen, Wohnungen, Sexkinos, Massagesalons, vor Webcams, als Escort, als Tänzer:innen oder als Pornodarsteller:innen arbeiten oder auf der Straße unterwegs sind.
Alles bei uns ist freiwillig, kostenlos und anonym.
Die meisten Angebote im HydraCafé sind von Sexarbeitenden für Sexarbeitende organisiert. Wir arbeiten mit einem starken Peer-to-Peer Ansatz, um die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die selber in den verschiedensten Communities in der Sexarbeit unterwegs sind. Sie sind die Expert:innen die genau wissen, was gebraucht wird und woran es noch fehlt.
Gelegentlich werden auch andere nicht-Sexarbeitende vor Ort sein, um bei Bedarf zusätzliche Leistungen wie Sozialberatung oder kostenlose HIV/STI Testungen anzubieten. Wir haben uns dazu entschieden, weil unsere Besucher:innen von diesem einfachen Zugang oft profitieren. Es gibt bei Bedarf nach Beratung und/oder Testung Rückzugsmöglichkeiten, um den allgemeinen Raum vornehmlich für Sexarbeitende halten zu können.
Das Hydra Café ist momentan leider kaum barriere-arm. Es gibt jeweils 6 Stufen zum Haupteingang und zu den Toiletten.
Wer ist im Hydra Café willkommen?
Das Hydra Café ist ein Raum für alle Menschen, die Erfahrung mit Sexarbeit haben, mit oder ohne Registrierung nach dem neuen Gesetz (ProstSchG). Damit sind Menschen gemeint, die in Bars, Bordellen, Wohnungen, Sexkinos, Massagesalons, vor Webcams, als Escort, als Tänzer:innen oder als Pornodarsteller:innen arbeiten oder auf der Straße unterwegs sind.
Bitte bedenkt, dass alle Kontakte und persönlichen Informationen, die ihr im Hydra-Café erfahrt unter uns anonym bleiben müssen. Wenn du hier jemanden kennenlernst, heißt das nicht, dass du die Person außerhalb des Hydra-Cafés als Sexarbeiter:in ansprechen kannst. Nicht alle Menschen sind auf dieselbe Art und Weise offen im Umgang mit der Arbeit und möchten dies evtl. auch geheim halten. Wir möchten diese individuelle Entscheidung jeder einzelnen Person respektieren.
Die Sexwork-Community besteht aus vielen verschiedenen Menschen. Es ist gut möglich, dass du nicht die gleichen Erfahrungen teilst, wie die Menschen, die du im Hydra Café triffst. Was eine schöne Sache sein kann, führt manchmal auch zu Konflikten und im schlimmsten Fall zu Diskriminierung. Wir bitten euch daher, sensibel mit euren Formulierungen umzugehen und euer Verhalten zu reflektieren. Kein Mensch soll sich bei uns ausgeschlossen oder diskriminiert fühlen aufgrund von Aussehen, Alter, Geschlecht, Herkunft, Körper, Religion, sexueller Orientierung, Sprachkenntnissen, wie viel Geld eine Person verdient, wie sie arbeitet, ob sie Drogen nimmt oder nicht, in einem Bordell, auf der Straße oder drinnen arbeitet. Wir wissen, dass diese Dinge oft auch überfordernd sein können, deshalb sind wir hier, um zu unterstützen, egal wie klein oder groß das Problem ist. Bei respektlosem, verletzendem oder übergriffigem Verhalten möchten wir gerne einschreiten. Wenn du ein schlechtes Gefühl bei einer Situation hast und die Energie hast, es anzusprechen, dann rede gerne mit uns! Zusammen mit euch möchten wir daran arbeiten, wie wir das Café zu einem sichereren Ort machen können.
Leider ist das Hydra Café momentan noch nicht barrierefrei. Es gibt jeweils 6 Stufen zum Haupteingang und zu den Toiletten.
Für was wir stehen
Hydra setzt sich für den Respekt, die Sicherheit und die Autonomie aller Menschen ein, die in der Erotikbranche tätig sind. Womit sich Sexarbeiter:innen tagtäglich auseinandersetzen müssen ist Stigma. Es gibt viele Vorurteile und Bilder über sie in der Gesellschaft und in den Medien, die meisten davon sind negativ und gewaltvoll. Der tägliche Umgang mit Stigma und Vorurteilen ist anstrengend und es gibt nur wenig Räume für die Beschäftigten in der Erotikbranche, um sich darüber auszutauschen und Entlastung zu verschaffen. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem sich Sexarbeiter:innen freier von Vorurteilen und Diskriminierungen aufhalten können und durch den sie einen besseren Zugang zu Austausch, Bildung und Netzwerken finden.
Zudem arbeiten wir mit einem starken Peer-to-Peer Ansatz. Wir wollen Menschen in den Mittelpunkt stellen, die selber in den verschiedensten Communities in der Sexarbeit unterwegs sind. Sie sind die Expert:innen die genau wissen, was gebraucht wird und woran es noch fehlt. In enger Zusammenarbeit entwickeln wir verschiedene Formate von Veranstaltungen und Gruppen. Wir hoffen so, die Stimmen der Menschen zu stärken, die aufgrund von struktureller Diskriminierung häufig im öffentlichen Diskurs unterrepräsentiert sind.
Wir gehen davon aus, dass es nicht „die eine Sexarbeitscommunity“ gibt, sondern viele verschiedene, mit mal mehr und mal weniger Privilegien. Neben den gesellschaftlichen Vorurteilen müssen viele Sexarbeiter:innen sich mit zusätzlichen Herausforderungen auseinander setzen: z.B weil sie trans/inter oder nicht-binär sind, weil sie Migrant:in sind, weil sie eine Person of Color sind, weil sie wenig oder keine Deutschkenntnisse haben und keinen Zugang zum Sozialsystem oder zur Registrierung nach dem ProstSchutzG. Und jede Community hat andere Bedürfnisse und funktioniert anders. Innerhalb unseres Teams, unserer Gastgeber:innen, unserer Workshop-Moderator:innen und der Inhalte, die wir anbieten, versuchen wir Geschlecht, Migration, Rasse, Status, Klasse, Sprachen, Lebens- und Sexarbeitserfahrungen immer an unsere Arbeit anzupassen.
Kalender
Wir versuchen Veranstaltungen in verschiedenen Sprachen anzubieten. Falls du eine Sprache vermisst, dir eine Übersetzung wünscht oder selber mitmachen möchtest, sag uns gerne Bescheid. Wir versuchen Veranstaltungen in verschiedenen Sprachen anzubieten. Falls du eine Sprache vermisst, dir eine Übersetzung wünscht oder selber mitmachen möchtest, sag uns gerne Bescheid.
